Komplett Reset

Posted by on Juni 3, 2012

Was ist mir wichtig momentan? Ich meine so wirklich wichtig? Es sind ganz essentielle Sachen: Essen, Trinken, Schlafen, Vorwärtskommen, Gesundheit. Was ich vermisse? Ich vermisse vieles, aber ganz andere Dinge als erwartet. Ich vermisse nicht mein Computer den ich täglich benutzt habe, sondern das Klavier, dass ich viel zu selten nutze. Nicht mein Bett, sondern den Balkon, den ich viel zu selten nutze. Es gibt vieles, das mein Lebensalltag zu Hause bis oben hin voll macht, und ich vermisse so wenig davon? Warum freue ich mich so sehr auf die Dinge die ich zu Hause eher selten mache als auf die Dinge, die füllender Bestandteil meines Lebens sind? Ich glaube, wenn die alltäglichen Pflichten sich im Wesentlichen auf Wasserbeschaffen, Essen und Schlafen beschränken, findet eine Art “Komplett Reset” statt. Alle festgefahrenen Lebensprogramme werden beendet, das gesamte System wird auf Null Input und Null Output gestellt. Man bringt sich in eine Art Minimalkonfiguration, so dass ein Neustart möglich ist, aber zum überdauern vorerst nicht nötig.

Ich werde nach meinem Neustart zuerst die Programme ausführen bzw. die Sachen machen, die unabhängig von der Gewohnheit für mich am wichtigsten sind. Einige werde ich sicherlich aufgrund meines sozialen Umfeldes wieder aktivieren, aber viele werden auf ewig verbannt sein. Hauptsächlich jene, die ohne jeglichen Grund und ohne Selbstzweck, allein aus Macht der nun gebrochenen Gewohnheit im Hintergrund liefen und die Tage die hier so lang und luftig scheinen zu Hause zu lückenlosem, zähem Schlamm gemacht haben.

Dieser Gedanke hat sich mit seit Anfang der Tour immer mehr aufgedrängt. Ich wollte ihn mal aufschreiben um zu versuchen ihn mir selber zu erklären. Er ist im Grunde nicht neu, aber wie so oft mit derlei Gedanken hatte dieser bei mir einfach noch nicht die notwendige Klarheit bzw. Anwendung gefunden. Ich habe das Gefühl, dass nur die mir wirklich wichtigen Dinge vermögen die räumliche und zeitliche Distanz zu überstehen.

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