“Reine Suchtbefriedigung” ruft Hansen über seine Schulter. Er meint die täglich erste Minute auf dem Rad. Wir haben die letzten Tage festgestellt, wie wichtig es uns geworden ist loszufahren. Es ist schon fast eine körperliche und geistige Sucht. Laufen oder stehen ist anstrengend und zu langsam. Die ersten 10 Minuten unseres Morgens bestehen deshalb aus einer Schlafsackplanungsphase in der wir Konzepte und Theorien auspacken um die Zeit zwischen tatsächlichen Aufstehen und losfahren möglichst effektiv zu verringern: In der Praxis arten die Umsetzungen dann meist in zwei Kaffee und sogar ein zweites Frühstück aus. Dabei kann man feststellen, dass sich unsere Laune mit jeder Minute um die die Abfahrt verzögert wird verschlechtert. Erst wenn wir unseren Hintern auf dem Sattel wissen, die Hände den Lenker greifen und die Schenkel in den alltäglichen Rhythmus verfallen ist schlagartig geistiger Sonnenschein angesagt. Müdigkeit ist verflogen, alle Reibereien verziehen und positive Ideen und Gedanken sprudeln nur so aus uns heraus. Man hat das Gefühl eine Art Sucht zu befriedigen, die Sucht des Vorwärtskommens, des “jeden Tag alles hinter sich lassens”, des “alles dabei haben und hinfahren wo man will”.
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